Aktion: Hausnamen

Alte Boverather Hausnamen

Allgemeines

Im Jahre 2023 wurde die Boverather Ortschronik herausgegeben. Unter der Rubrik “Häuser – Familien – Gemarkung – Kulturgüter” sind in einer Übersicht die Häuser und Hausnamen des alten Dorfes aufgeführt und ein Gebäudebuch des Gemeindebezirks geht auf die Häuser noch im einzelnen ein. Hiernach sind alle einzelnen Anwesen in Bild (ehemals / heute) dargestellt und auch die heutigen und früheren Bewohner, soweit wie möglich, beschrieben.

Auf Seite 67 der Chronik ist folgender Hinweis enthalten: “Seitens des KuVV Boverath e.V. werden Überlegungen angestellt, nach Herausgabe der Chronik eine Beschriftung/Kennzeichnung der vorgenannten Anwesen vorzunehmen. Dabei sollen auf einheitlichen Schildern die ehemaligen Hausnamen, die tlw. noch heute Verwendung finden, vermerkt werden.”

Dieses gemeinnützige ehrenamtliche Bürgerprojekt wird nun umgesetzt. Es entspricht auch in vollem Umfang den satzungsmäßigen Zwecken und Aufgaben des Kultur- und Verschönerungsvereins (KuVV) Boverath e.V., worunter insbesondere die Aufrechterhaltung und Pflege historischen Brauchtums gehören, außerdem die Verschönerung des Ortsbildes und die Zusammenarbeit mit allen Altersgruppen des Dorfes, der Vereine und Gruppierungen.

Die historischen Häuser mit ihren Hausnamen sind ein Stück Dorfgeschichte. Sie befinden sich in unserem Stadtteil überwiegend im alten Ortskern (Oberdorf) und ein paar wenige entlang der Boverather Straße im sog. Unterdorf. Sie sind heute noch ortsbildprägend und stammen größtenteils aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Sie wurden überwiegend saniert und umgebaut und haben heute auch tlw. eine andere Fassade als früher. Alle besitzen eine Hausnummer an einer Straße, aber unsichtbar auch einen eigenen Namen. Seit Beginn der Aufzeichnungen für die Chronik wurde der identitätsstiftende Charakter der Namen erkannt.

Nähere Einzelheiten sind der Boverather Ortschronik auf den Seiten 65 – 108 zu entnehmen!

Ursprünge und Bedeutung der Hausnamen

Grundsätzlich ist bekannt, dass die Hausnamen lange vor Einführung der Grundbücher und der Einführung von Hausnummern und Straßennamen entstanden sind. Sie beziehen sich auf das gesamte Anwesen, also auf „Haus und Hof“ einschl. der Ländereien. Vielfach gehen sie auf den männlichen oder weiblichen Vornamen des Erbauers oder der Erbauerin zurück, in der mundartlich veränderten oder verkürzten Form oder natürlich auch auf den Familiennamen des Erbauers. Damit hat der Hausname ungleich mehr Aussagekraft als der Straßenname und die Hausnummer. Der Hausname macht aus dem Haus etwas Besonderes, quasi ein Individuum, er erzählt eine Geschichte, die des Erbauers, oder einer Familie, die lange dort wohnte und den Namen prägte. Allerdings ist festzustellen, dass der Gebrauch der alten, mündlich überlieferten Hausnamen im Schwinden begriffen ist. Viele Heranwachsende kennen die Hausnamen nicht mehr, manchem Neubürger ist die Tradition einfach fremd.

Um die alten Hausnamen zu sichern und vor dem Vergessen zu bewahren, hat sich der KuVV Boverath e.V. zum Ziel gesetzt, eine einheitliche Beschilderung der alten Gebäude vorzunehmen und die Tafeln mit den Hausnamen an der Hauswand neben dem Eingang im Einvernehmen mit den jetzigen Eigentümern anzubringen. Der Vorstand des KuVV Boverath e.V. hat sich für eine zeitgemäße Ausführung in Plexiglas entschieden, welches auch mit dem Ref. Dorferneuerung bei der Kreisverwaltung Vulkaneifel abgestimmt wurde. Durch den auf der Beschilderung angebrachten QR-Code kann auf die Web-Seite des Vereins zurückgegriffen werden.

Förderung des Projektes durch die LAG Vulkaneifel

Für das Vorhaben hat der KuVV Boverath e.V. eine Förderung für Einzelvorhaben im Rahmen des Vorhabens „Ehrenamtliche Bürgerprojekte“ der LAG Vulkaneifel beantragt. Das Entscheidungsgremium der Lokalen Aktionsgruppe hat das Projekt mit großem Interesse betrachtet und bewertet. Die Projektidee wurde als förderwürdig ausgewählt. Zwischen der LAG Vulkaneifel (Vorhabenträger) und dem KuVV Boverath e.V. (Begünstigter) wurde eine entsprechende Zielvereinbarung geschlossen.

Aus der nachfolgenden Auflistung der Gebäude kann Näheres zum jeweiligen Anwesen entnommen werden.

Hausname                             Anschrift___ ______________________Ziffer__________

Annebolle                              Boverather Str. 48                                       1         

Die Herkunft des Hausnamens ist unbekannt. Es gab zwar eine Anne in der Familie des Erbauers Jakob (Kobbes) Thönnes. Eine verwandtschaftliche Beziehung bestand zu den Eigentümern des Anwesens in der Weidenstraße 5 (s. Ziffer 9). Woher aber der Teilname „bolle“ kommt, ist nicht geklärt. Das Haus wurde nach 1850 erbaut.

Pittesch (Franz)                   Boverather Str. 44                                       2

Der Hausname ist wahrscheinlich abgeleitet worden von dem Vornamen Peter. Dieser war Erbauer eines kleinen Häuschens in der Weierjaas, der heutigen Weidenstraße. In diesem Haus wurden die Gebrüder Anton und Franz Schäfer geboren. Franz Schäfer zog später in das Haus in der Boverather Straße, welches dann auch den Namen Pittesch erhielt. Das ursprüngliche Gebäude stammt wahrscheinlich aus dem 18. Jahrhundert.

Diederichs                             Boverather Str. 42                                       3

1755 heiratete Johann Bernhard Hommes die Anna Katharina Diederichs aus  Boverath und nachfolgend erhielt das Haus den Namen Diederichs, möglicherweise auch, um sich von den anderen Hommes im Dorf abzuheben. Bis in die jüngere Zeit hatten alle Bewohner des Hauses den Namen Hommes. Das letzte Familienoberhaupt hieß Matthias und infolge dessen aber auch genannt „Diederichs Mattes“. Das Gebäude ist eines der ältesten in Boverath, weil es schon in Karten von um 1700 enthalten ist.

Haepe                                    Boverather Str. 40                                       4

Dieses Haus gehört ebenfalls zu den ganz alten im Kernbereich des Oberdorfes, was sich aus alten Karten nur unschwer entnehmen lässt. Schon um 1700 sind Personen in diesem Gebäude aufgelistet. Ursprünglich war das eine Familie Häp, in manchen Nachweisen auch Heep, Häb, Haep, Hepp, Heeb geschrieben. Der Name wechselte dann, als Philipp Pick die Katharina Häp heiratete und nachfolgend der Name Pick vorherrschte. Folglich spricht man in Boverath tlw. vom Haepe-Haus oder vom Haus Pick.

Buhr               ehem. Boverather Str. 38; Haus wurde abgerissen       5

Der Hausname stammt von dem Familiennamen „Bohr“. Diese Familie bewohnte nachweislich das Haus mehrere Generationen lang. Vorher könnte dort auch eine Familie Hees gewohnt haben, die schon um 1700 in den entsprechenden Nachweisen auftaucht. Das Gebäude könnte also auch aus dieser Zeit stammen. Der gesamte Gebäudekomplex bestand zunächst aus einem kleineren, zweistöckigen Wohnhaus. Daneben wurde später ein Stall bzw. eine Scheune angebaut. Rückwärts waren zusätzlich noch Ställe und Schuppen vorhanden. 1996 erwarb die Verbandsgemeinde Daun das komplette Anwesen. Wohnhaus und Scheune wurden abgerissen und anstelle dessen ein Feuerwehrgerätehaus errichtet. Ein kleiner Restbestand des Stalles bzw. Schuppens wurde zu einem Gerätehaus für den Stadtteil umgebaut. Auf der verbliebenen Freifläche entstand eine Brunnenanlage mit Freifläche; ein Relikt aus dem hauseigenen Pütz (Hausbrunnen). Näheres kann dem Artikel „Der lange Weg bis zum Neubau eines Feuerwehrhauses“ in der Dorfchronik auf Seite 443 ff. entnommen werden.

Hiwels                                                Boverather Str. 36                           6         

Vom Hausnamen her kann angenommen werden, dass „Hügel“ im Dialekt „Hiwel“ bedeutet, also auf dem Hügel gelegen. Nichts deutet auf eine andere Möglichkeit der Bestimmung des Hausnamens hin, denn die Eigentümer nannten sich immer Müller. In alten Karten ist das Gebäude neben der Kapelle bereits sehr früh enthalten, so dass man die Entstehung durchaus in das 18. Jahrhundert datieren kann.

Inneschten (Weiße)                          Weidenstraße 1                                7

Der Hausnamen Inneschten wird zurückgeführt auf die verwandtschaftliche Beziehungen der früheren Familien Bohr und Müller. Letztere besaß das unterste (inneschte) Haus im Dorf schräg gegenüber der Kapelle. Und so gab man dem Namensträger, der hellblonde Haare hatte, den Namen „Inneschten Weiße“. Urkundlich kann man den weiteren Hausnamen „Gräfen“ bis Ende des 18. Jahrhunderts zurückverfolgen; die Gründerfamilie stammt jedoch aus Rengen. Das Gebäude dürfte Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut worden sein.

Pittesch (Lien und Marie)               Weidenstraße 3                                8

Das jetzige Mehrfamilienwohnhaus ist nicht identisch mit dem Haus, welches früher an fast gleicher Stelle gestanden hat und wahrscheinlich vor 1820 errichtet wurde. Das ursprüngliche Haus der Familie Merken wurde 1972/73 abgerissen und durch den heute vorhandenen Neubau ersetzt. Die Familie Merken dürfte auch nicht die Erbauerin des Hauses gewesen sein, sondern eher die Familie Willems. Das ergibt sich aus der Familiengeschichte. Hierzu wird verwiesen auf den besonderen Artikel in der Boverather Ortschronik auf den Seiten 104 – 106 „Das alte dunkle Haus und die Familie Merken in der Weiherjaas“. Was die beiden Namen Lien und Marie angeht, so beziehen sich diese auf Helene und Maria Merken, die zuletzt in dem Haus wohnten.

Annebolle                                          Weidenstraße 5                                9

Was die Namensgebung dieses Hauses angeht, so wird auf die Ziffer 1 verwiesen. Auch hier ist der Doppelname nicht zu erklären. Im Haus gab es eine Anna; nicht erklärbar ist der zweite Teile des Namens „bolle“. In den Katasterkarten von 1855 ist das Gebäude noch nicht eingetragen, so dass das Baujahr auf jeden Fall zwischen 1855 und 1900 liegen dürfte.

Pittesch (Tunn)                                Weidenstraße 7                                10       

Hierzu erfolgt ein Verweis auf Ziffer 2 wegen des Hausnamens, hergeleitet vom Vornamen Peter. Der Zusatzvornamen Tunn bedeutet im hochdeutschen Anton. In Bezug auf das Baujahr des Gebäudes wird auf die Bemerkung zu Ziffer 9 verwiesen; hier gilt gleiches.

Fousen (Jusep)                                Weidenstraße  10                             11       

Was den Hausnamen angeht, so soll überliefert worden sein, dass dieser aus Hörscheid stammt, weil ein Familienteil von dort nach Boverath gezogen ist. Es ist aber nicht einfach zu erklären, was sich hinter dem Namen Fousen verbirgt. Im „Moselfränkischen Platt“ wird „kalter, unangenehmer Wind“ Fausen genannt. Beim Haus in Hörscheid am Ortsrand könnte dieser in einem vom Wind ungeschützten Bereich aufgetreten und so „Fausen“ genannt worden sein. Es gibt Hinweise, dass man das dortige Haus „Zur Fausenburg“ nannte. Aus „Fausen“ ist dann wahrscheinlich in Boverather Dialekt „Fousen“ geworden. Der im Dialekt bezeichneter Vorname „Jusep“ bedeutet in hochdeutscher Sprache Josef. Einer der Familie hatte diesen Vornamen. Das Gebäude ist schon in Katasterkarten von vor 1855 enthalten.

Fousen (Kloos)                                Weidenstraße 8                                12       

Hierzu ist auf Ziffer 11 zu verweisen. Die beiden Gebäude wurden nebeneinander errichtet und zählen mit zu den ältesten in Boverath. Sie sind vor 1855 errichtet worden. Der Vorname „Kloos“ bedeutet im Hochdeutschen Klaus. Einer aus der Familie Schäfer hieß Klaus.

Schmitze                                           Weidenstraße 4                                13       

Das heutige Gebäude der Familie Michels ist nicht identisch mit dem ursprünglichen Haus, welches im rückwärtigen Teil des Grundstückes stand. Das alte Wohnhaus mit Stall und Scheune wurde 1968 abgerissen und durch einen Neubau entlang der Weidenstraße ersetzt. Schon 1691 ist eine Familie Schmitz in dem alten Wohnhaus nachgewiesen. Dieser Name bestand mehrere Generationen, ehe er von anderen wie Krüll und Weikel abgelöst wurde. Später kam dann der Familienname Michels hinzu. Das Haus behielt aber bis heute seinen ursprünglichen Namen Schmitz. Das alte Gebäude in der Ortsmitte unterhalb der Kapelle war sicher eines der ältesten im Dorf und dürfte schon vor 1700 errichtet worden sein.

Schwickesch                                     Haselnussweg 1                              14

Das ursprüngliche alte Haus wurde 1920 von Josef Theis gekauft. Dessen Sohn Karl hat dieses bis zur Oberkante Kellerdecke abgerissen und neu errichtet, so wie es heute noch dort steht. Nachweislich waren vor Josef Theis ein Michel Efferts bzw. Margarethe geb. Schwickerath Eigentümer. Aus dem Namen der Witwe entstand somit auch der Hausname „Schwickesch“. Das Gebäude könnte vor 1855 (Eintragung im Kataster) erbaut worden sein.

Meen Hous                                       Boverather Str. 34a                         15                   

Im alten Meen- und später Basten-Haus lebte eine ältere Frau namens Katharina = Kätt (im Dialekt). „Meen“ bedeutete früher eine „ältere weibliche Person in dunkler Kleidung und mit Kopfbedeckung“. Folglich verband man die ältere Frau mit dem Hausnamen. In der ältesten Katasterkarte des Dorfes ist das Gebäude schon eingetragen. Im linken Teil des Gebäudes befand sich in einem Raum früher die Volksschule Boverath, die 1785 erbaut wurde; hierzu siehe den Bericht in der Boverather Ortschronik auf Seite 206.

Basten                                                           Boverather Str. 34                           16                   

Neben dem unter Ziffer 15 bestehenden Gebäude errichtete die Familie Willems um 1800 ein Wohnhaus. Bis 1995 gab es nur den Familiennamen Willems. Einer der Erben hieß Sebastian (1875 – 1931). Ab diesem Zeitpunkt wird das Haus  „Baste(n)“, abgeleitet von Sebastian genannt.

Thejse                                                Haselnussweg 2                              17       

Das ehemalige Wohnhaus mit Scheune und Stall der Familie Josef Theis besteht heute so nicht mehr. Es wurde zum großen Teil abgerissen; es verblieb nur noch der kleinere vordere Teil in heute noch sichtbarer Form der als Garage und Schuppen dient. Daneben errichtete 1959 Karl Theis ein zweigeschossiges landwirtschaftliches Gebäude. Das ursprüngliche Anwesen könnte um 1850 errichtet worden sein, da es in einer Katasterkarte bereits eingezeichnet ist.

Kätjes Hous                                      Boverather Str. 32                           18

Es ist schwer, den Hausnamen „Kätjes“ zu ergründen. Das Gebäude wurde zusammen mit dem unmittelbar daneben stehenden Wohnhaus errichtet. Auf diesem ist über der Haustür die Jahreszahl 1862 enthalten. Auf alten Karten von vor 1800 ist das Gebäude jedoch schon dargestellt. Der Hausname kommt in ähnlicher Form im Stadtteil Rengen vor. Recherchen ergaben, dass der ehemalige Eigentümer Peter Josef Schneider, Sohn der Eheleute Christoph Schneider und Anna geb. Hommes aus Boverath von Rengen stammte. Dieser wiederum war Sohn von Peter Schneider und Maria Katharina geb. Müller aus Rengen. Das Haus in Rengen nannte man dort „Kättes“ und so liegt es nahe, dass dies vom Vornamen der Frau Katharina abgeleitet wurde. Der Hausname „Kättes“ wurde dann mit nach Boverath gebracht, wo man ihn abgewandelt „Kätjes“ nannte.

Sträsisch                                           Boverather Str. 30                           19

Zum Baujahr des Hauses wird auf die Informationen zu Ziffer 18 verwiesen. Auf dem Haustürsturz sind die Buchstaben L.H. (Lorenz Hees) und die Jahreszahl 1862 eingraviert. Vor der Familie Hees lebte aber schon eine Familie Strasser dort; nachweislich ist diese in einer Steuerliste von 1798 enthalten. Das Gebäude könnte also schon im 18. Jahrhundert errichtet worden sein. Der Hausname „Sträsisch“ wird hergeleitet von „Strasser“. Nähere Einzelheiten sind auch einem Bericht auf den Seiten 310/311 der Boverather Ortschronik zu entnehmen.

Mohrßen                                            Boverather Str. 28                           20       

Gemäß familiärer Überlieferung wurde das Haus mit Stall und Scheune etwa 1911 erbaut; der rechts des Hauses befindliche Querbau ist erst nach dem 2. Weltkrieg errichtet worden. Alte Katasterzeichnungen von 1855 weisen an der Stelle des jetzigen Hauses jedoch schon ein Wohngebäude aus, so dass dort bereits in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Bebauung vorhanden war. Der Hausname „Mohrßen“ ist nicht genau zu ergründen. Es wird vermutet, dass dieser von „Mohr“ stammt. Eine Familie Mohr konnte aber nie nachgewiesen werden.

Roskops                                            Boverather Str. 31                           21

Was den Hausnamen betrifft, so ist dieser gesichert bei der Familie Raskop anzusiedeln. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts entstammte diese Familie aus Großlittgen und Johann Schneider heiratete Elisabeth geb. Raskop, so dass der Familienname Raskop beim Haus verblieb. Das Baujahr des alten Hauses ist nicht genau nachzuweisen, es dürfte aber gemäß Karteneintragungen schon vor 1850 liegen.

Inneschten                                        Boverather Str. 33                           22

Der Hausname „Inneschten“ deutet darauf hin, dass das Gebäude wahrscheinlich mal das unterste (im Dialekt: „inneschte“) Haus im Oberdorf war. Ganz eindeutig ist dies nicht, weil das zuvor beschriebene Haus „Roskops“ auch schon vor 1850 gestanden haben dürfte. Andererseits könnte das Inneschte-Haus auch nach dem Brand in der Ortsmitte von Boverath 1850 als Ersatz für das eingeäscherte Haus, welches sich mit anderen vor dem jetzigen Gebäude befand, neu errichtet worden sein. Zum Brandereignis von 1850 wird auf den Bericht in der Boverather Ortschronik auf Seite 143 verwiesen.

Humberns                                         Boverather Str. 35                           23

Eines der sehr alten Häuser in der zusammenhängenden Häuserzeile entlang der ehemaligen Dorfstraße und in der Dorfmitte ist das Haus Humberns. Der Hausname leitet sich von den beiden Teilnamen (Hommes = Hummes) und (Bernhard = Berns) ab, zusammengefasst „Humberns“. Die Familie Hommes lässt sich seit Mitte der 1650er Jahre in diesem Gebäude nachweisen und das bis Mitte der 1970er Jahre, insgesamt mindestens 9 Generationen. Das Entstehungsjahr des Hauses mit Scheune und Stall ist auf jeden Fall um 1650 datiert.

Hummelze                                         Boverather Str. 37                           24       

Auch dieses Wohn- und Ökonomiegebäude gehört zu den ältesten in Boverath   und schon in Karten von vor 1850 nachgewiesen. Obwohl mehrere Generationen lang die Familie Langenfeld darin wohnhaft war, rührt der Hausname von einer Einheirat einer Eva Katharina Hommes her; Hummelze = Hommes. Clemens hieß das letzte Familienoberhaupt Langenfeld.

Ustesch                                 Boverather Str. 47                           25

Der erste Hausname „Diederichs“ entstammt aus dem Verwandtschaftsverhältnis der Familie  Diederichs (Hommes) aus dem gegenüberliegenden Wohnhaus; siehe hierzu Erläuterungen unter Ziffer 3. Über Generationen war das Haus bewohnt von der Familie Schüller bis 1929 Josef Oster in das Haus einheiratete.  Der Name „Oster“ wurde im Dialekt „Uster“ gesprochen und so entstand der Hausname „Ustesch“. Aus Kartenunterlagen ist zu entnehmen, dass das Gebäude schon vor 1850 bestand.

Humberns (Steffel)                          Ginsterweg 1                                               26

Wie schon unter Ziffer 23 ausgeführt, rührt der Hausname von den Teilnamen Hommes und Bernhard (=Humberns) her. Auch dieses Wohn- und landwirtschaftliche Gebäude wurde über viele Generationen hinweg von der Familie Hommes bewohnt. Einer der letzten Bewohner hatte den Vornamen Christoph; im Dialekt Steffel genannt. Nachweislich alter Katasterunterlagen ist die Entstehung des Gebäudes ins 18. Jahrhundert zu datieren.

Fousen (Ann)                                   Boverather Str. 22                           27       

Das derzeit vorhandene Wohngebäude wurde im Jahre 1929/30 errichtet. Da im Gebäudebuch der Katasterverwaltung von 1910 – 1922 bereits ein Haus auf dem Grundstück eingetragen ist, kann es sein, dass an gleicher Stelle bereits ein altes Gebäude bestanden hat, wozu es  aber keine Nachweise gibt. Was den Hausnamen angeht, wird auf Ziffer 11 und 12 verwiesen. Der Vorname stammt von einer Bewohnerin namens Anna.

Basten (Troud)                                 Boverather Str. 20               28       

Es ist anzunehmen, dass das ehemals eingeschossige Gebäude Mitte der 1850er Jahre errichtet wurde. 1937 wurde das Haus ersteigert und aufgestockt. Zum Hausnamen Basten siehe Ziffer 16. Der Vorname Troud im Dialekt stammt aus dem Vornamen Gertrud, einer ehemaligen Bewohnerin des Hauses.

Fousen (Pitter)                                 Boverather Str. 1                 29

Dieses Wohnhaus wurde 1950 errichtet von Peter Schäfer. Daher auch der Vorname Pitter = Peter. Was den Hausnamen Fouse angeht, wird auf die Ziffern 11 und 12 verwiesen.

Basten (Mattes)                                Boverather Str. 19               31       

Das Gebäude im sog. Unterdorf an der ehemaligen Dorfstraße/Ecke Weg nach Rengen (heute: Boverather Str. 19) gelegen, stammt von der Familie Matthias Willems. Es dürfte um 1940 erbaut worden sein. Bezogen auf die verwandtschaftlichen Beziehungen wird auf Ziffer 16 verwiesen.

Hermann-Joseph Kapelle               Boverather Straße               32

Erstmalige Erwähnung im 15. Jahrhundert; zu einem Hofgut Bofenrad gehörend. Um 1770 Neuerbauung der Kapelle durch Hofrat Eschermann Neubau im 18. Jahrhundert mit weiterer Instandsetzung 1861; Größere Renovierung 1973/74; Weitere Renovierung 1979; Erste Namensgebung zu Ehren des Hl. Johannes Nepomuk; Seit 1771 Namensgebung zu Ehren des Hl. Hermann-Joseph  zu Steinfeld; Weitere Informationen können der Boverather Ortschronik auf den Seiten 166 – 186 entnommen werden.

Boverather Backhaus                                 Boverather Str. 41               33

Erstmalige Erwähnung 1730; Restaurierung 1850; Erneuerung der Backöfen 1952; Grundlegende Erneuerung 1979. Weitere Informationen können der Boverather Ortschronik auf den Seiten 290 und 291 entnommen werden.

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